Laserbasierte Verfahren gelten in der Partikelmesstechnik als Standard und liefern schnell Größenverteilungen. Für ein tiefes Prozessverständnis reichen diese Daten jedoch oft nicht aus. Moderne bildoptische Inline-Messtechnik liefert zusätzliche Informationen und ermöglicht einen detaillierteren Blick auf das Partikelsystem.


Direkte Bilder statt indirekter Signale

Laserbasierte Systeme messen Partikelgrößen über Streumuster und liefern damit indirekte Annäherungen. Bildbasierte Sensoren hingegen liefern echte Bilder der Partikel direkt im Prozess. So erkennt man nicht nur die Größe, sondern auch Form, Struktur und Agglomeratbildung. Auch in Bereichen mit hoher Partikeldichte oder komplexen Strömungen liefert die Bildoptik sichtbare und verwertbare Informationen, wo Laser nur Durchschnittswerte liefern. Wer einmal die tatsächliche Morphologie seiner Partikel gesehen hat, versteht sofort, warum dieser Unterschied für die Prozesskontrolle entscheidend ist.


Form und Struktur sind entscheidend

Bei vielen chemischen und pharmazeutischen Prozessen ist die Form der Partikel genauso wichtig wie ihre Größe. Lasergeräte können nur begrenzt zwischen kugeligen Partikeln, Fasern oder komplexen Aggregaten unterscheiden. Bildbasierte Systeme liefern eine klare Differenzierung und quantifizierbare Daten zu allen relevanten Partikeltypen. Außerdem können Fremdpartikel oder unerwünschte Einschlüsse erkannt werden, was die Qualitätssicherung erheblich verbessert. Das erleichtert nicht nur die Prozesskontrolle, sondern auch die Optimierung von Kristallisationen, Mischungen oder Suspensionen.


Beständigkeit in harschen Produktionsbedingungen

Laserbasierte Verfahren werden in vielen Prozessen nicht inline eingesetzt, weil sie den Prozessbedingungen wie Druck, Temperatur, Trübung oder Scherkräften oft nicht standhalten. Stattdessen müssen Proben entnommen und offline analysiert werden, was nur punktuelle Messungen erlaubt. Bildbasierte Inline-Systeme erfassen Partikel fortlaufend direkt im Prozess. So lassen sich Aggregation, Dispergierung oder Bruchvorgänge sofort erkennen und Prozessanpassungen in Echtzeit durchführen. Das reduziert Ausschuss, beschleunigt die Entwicklung und liefert zuverlässige Prozessinformationen.


KI-gestützte Analyse beschleunigt die Datenauswertung

Lasergeräte liefern Rohdaten, die oft aufwendig in Größenverteilungen oder Volumina umgerechnet werden müssen. Bildbasierte Systeme können auf künstliche Intelligenz zurückgreifen, um Partikel automatisch zu erkennen, zu klassifizieren und Parameter wie Größe, Form, Aggregatzustand oder Fremdpartikel sofort zu quantifizieren. Die Ergebnisse sind sofort interpretierbar, ohne dass der Anwender komplexe Berechnungen durchführen muss. Das spart Zeit, reduziert Fehlerquellen und liefert eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für Prozessoptimierungen.


Fazit

Wer heute in Partikelmesstechnik investiert, sollte auf echte Prozessinformationen setzen. Bildbasierte Inline-Messtechnik liefert präzise, dynamische und morphologisch aussagekräftige Daten – direkt im Prozess, in Echtzeit und mit KI-gestützter Auswertung. Wer seine Partikel wirklich versteht, fährt effizienter, vermeidet Ausschuss und kann Prozesse gezielt optimieren.

Beitrag auf LinkedIn Auf LinkedIn diskutieren